Lass ruh'n...

Ich schnüre mir ein Päckchen. Aus den sonnigen Sommertagen, den verregneten, kalten Winterwochen und aus den zahllosen Nächten. Aus den guten und auch aus den schlechten Erinnerungen, aus allem, was uns ausmacht - ein Gesamtpacket.

Ich atme ein, halte inne, vielleicht schließe ich die Augen. Und dann lass' ich es los, lass es ziehen, schau ihm nach, oder auch nicht. Denke noch einmal zurück, oder auch nicht. Wische mir die Tränen aus dem Gesicht, oder auch nicht. Lächle aus bittersüßem Schmerz, seufze. Oder auch nicht. Aber letztendlich, letztendlich verspreche ich mir, niemals wieder danach zu suchen.

So, oder ganz anders. Vielleicht eher ganz anders. Und vielleicht lieber gar nicht.

2 Kommentare 30.8.10 16:58, kommentieren

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Mädchen dumm, Jungs doof?

[...]Es gibt keine Jungs wie Sie.“


Ja, mit Gefühlen spielen is ziemlicher Mist.


Aber hast du gestern oder vorgestern irgendwas anderes gemacht?

Du weißt doch, wie's mit meinen Gefühlen ausschaut. Und ich merk ja wohl, wie's bei dir is. Als wäre ich in irgendeiner weise was anderes für dich als Vika oder Wanda. Hast du nich selbst gesagt, du könntest das nich? Lüge wohl. Du kannst das mit jeder. Tust's wohl auch, wenn dich nichmal abschreckt, was du mir bedeutest. Es is dir ziemlich egal, wie's mir dabei geht, hm? Dass du mich damit verletzt. Ist das besser als Sie?


Sie, das Mega-Hindernis, an dem jeder zerschellt, der es ernst meint, an dem nie jemand vorbei kommen wird. Ist wohl besser, dass ich es dir nie gesagt hab. So hatte ich noch zehn Monate als eine Freundin. So hab ich das Maximum rausgeholt. Man stelle sich nur mal vor ich hätte es getan. An Silvester vielleicht. Hm, ja doch. An Silvester. Man stelle sich nur mal vor – ganz verrückt, aber tun wir mal so – an dem, was du sagtest, dass da Gefühle waren, sei was dran gewesen, dann wäre vielleicht was draus geworden. Vorerst mal. Bis?

Wie lange hätte es gedauert, bis du gemerkt hättest, dass ich nich Sie bin? Bis die unglückselige, unschuldige Beziehung an der Tatsache, dass du nicht über Sie hinweg bist, kaputt gegangen wäre? Ende Januar? Anfang Februar? Längstens aber bis Fasnacht. Längstens, bis du Sie wieder gesehen hast, dich wegen ihr hast voll laufen lassen. Wie gesagt, längstens.

März, April, Mai, Juni, Juli, ein bisschen August. Im zweifelsfalle auch Februar. Ein halbes Jahr. Ein halbes Jahr hab ich mir so gerettet – mit schweigen. Hab ich gut gemacht, hm? Hab mein Bestes gegeben. Damit du weiterhin mit meinen Gefühlen spielen konntest. Vorwerfen kann ich dir das nicht wirklich. Hab's dir ja nie erzählt, ich dummes Mädchen. Konntest's ja nicht wissen, du doofer Junge. Konntest's dir nur denken. Aber vorwerfen wäre wohl falsch gewesen. Das konnte ich nicht. Nicht im März und nicht im April. Auch nicht Mai und juni. Aber im Juli, mein Lieber. Obwohl es schon vorher offensichtlich war. Juli. War's der vierzehnte? Ich weiß es nichmehr. Juli war's. Abstand hast du gewollt. Zum nachdenken. Zum rausfinden. Weil's so nicht geht. So weitermachen, wo du doch weißt, wie ich fühle und nicht weißt, wie du fühlst. Weh tat's. Tränen hat's gekostet. Wie immer, nur mehr.


Und jetzt? Sowas. Toll.

Geredet hab'n wir nich. Weitergemacht hast. Und ich? Ich konnte nicht nein sagen. Konnte nicht widerstehen. Dumm gelaufen für mich. Aber wer ist nun Sie? Wer spielt? Nicht nur mit Gefühlen, auch ohne. Spielst mit allem, würdest jede nehmen. Laura. Lena. Wen nicht? Sogar die, die so dumm war, Gefühle zu haben. Das ist dir egal. Wer ist nun Sie?


Sag mir nun nicht, es gibt keine Jungs wie Sie.


Jungs doof. Mädchen doof. Mal Sie mal nicht. Mal so mal so. Mal sind wir die bösen, mal ihr. Mal sie, mal du. Mal ich.


1 Kommentar 28.2.05 17:13, kommentieren

Erinnerst du dich?

»Lollipops turn into cigarettes. The innocent ones turn into sluts. Homework goes in the trash. Mobile phones are being used in class. Detention becomes suspension. Soda becomes vodka. Bikes become cars. Kisses turn into sex. Remember when getting high meant swinging on the playground? When protection meant wearing a helmet? When the worst things you could get from boys were cooties? Dad’s shoulders were the highest place on earth and mum was your hero? Your worst enemies were your siblings. Race issues were about who ran the fastest. War was only a card game. And the only drug you knew was cough medicine. When wearing a skirt didn’t make you a slut. The most pain you felt was when you skinned your knees, and goodbyes only meant until tomorrow?

 And we couldn’t wait to grow up«

Gerade gefunden. Ich lass' das mal so stehen...

2 Kommentare 26.8.10 23:55, kommentieren

The Shores of Freedom

Kopfhörer auf, Welt aus und irgendwie macht mich die Musik nicht leicht. Seit wann macht die Musik mich nicht mehr leicht? Federleicht tanzt sie doch aus den Kopfhörern, tanzt sie in meinen Kopf, tanzt sie in meinem Kopf. Legt sich, wie Honig, drückt ihn nieder. Müde sinkt er zur Seite. Wörter singen mir von Liebe, tief wie die See und von den Ufern der Freiheit, wo niemand lebt. Von falschen Wünschen und erwachenden Träumen und Nachrichten auf dem Anrufbeantworter. Und dann wird der Kopf ganz schwer, während die Sonne versucht, den Mond zu besiegen. Und ich will dir folgen. Und ich frage mich, seit wann die Musik mich nicht mehr leicht macht. Frage mich, warum die Musik mich nicht mehr leicht macht. Frage mich, wieso der Kopf ganz schwer wird. Frage mich, was die Ufer der Freiheit sind. Und wieso ich dort nicht sein kann. Frage mich nichts mehr, denn der Kopf ist voll mit Musik. Sitze nur noch da und fühle mich schwer. Und weit weg von der Freiheit. Wundere mich nicht mehr. Sitze. Fühle. Schweige. Den Blick aus dem Fenster, wo der Himmel liegt. Ein Himmel, wie er sicher auch über den Ufern der Freiheit liegt. Ein Himmel, so weit weg.

Und in einem Anflug von bittersüßen Masochismus drücke ich den 'Replay'-Knopf.

26.8.10 20:30, kommentieren

Wo fängt dein Morgen an?

"Die Nacht endet um halb Sechs."

Meine Worte. Gerade vor ein paar Minuten daher gesagt. Gerade, als die Helligkeit unaufhaltsam über die Berkette am Horizont zu wabern beginnt. Piepsiges Gezwitscher quietsch-munterer Vögelchen mischt sich in das beruhigende Rauschen des Baches hinter unserem Garten und setzt meinem Schreibfluss jäh ein Ende. "Du kannst mich mal." denkt er sich, fließt mir aus den Fingern und legt sich zu Bette. Lässt mich sitzen. Vor halbfertigen Texten mit halbfertigen Gedanken, den leeren Blick auf den Bildschirm gerichtet, ohne jegliche Ahnung, was dort entstehen soll. Mühsam entlocken die müden Finger der Tastatur die letzten Worte, unbedacht und nicht poliert, während der Blick immer öfter die Uhr streift, wie die Gedanken den Schlaf. "Muss nich sein." denk ich mir, "Hat alles Zeit bis morgen Nacht." und folge meinem Schreibfluss.

Guten Morgen, schlaf' schön.

1 Kommentar 26.8.10 06:37, kommentieren